Studium und Name Telematik

Vor einigen Monaten gab es - unbemerkt von den meisten - eine Diskussion um den Namen
Telematik an unserer Universität.
Nachdem das Kunstwort (zusammengesetzt aus Telekommunikation und Informatik)
inzwischen nicht mehr ausschließlich mit unserem Studium assoziiert werden kann, gab es
Überlegungen zu einer Umbenennung der Studienrichtung.

In Bereichen, wie dem Verkehrs- oder Gesundheitswesen, ist der Begriff der "Telematik"
seit einiger Zeit sehr gebräuchlich. Wobei diese Fälle aber lediglich Teilbereiche unserer
Telematik umfassen.
Somit waren die Ängste um die Definition unseres Studiums geboren: Wie sollte die
Öffentlichkeit noch zuordnen können, was in unserem Studium passiert?
Bauen wir Autobahnen aus oder haben wir vielleicht etwas mit Medizin zu tun?

Lange Besprechungen und ein Abwägen der Vor- und Nachteile waren die Folge.
Einerseits die befürchtete Unsicherheit Außenstehender, andererseits der
Bekanntheitsgrad in der Wirtschaft, der gute Ruf der Absolventen und die eigentlich sehr
treffende Bezeichnung für unser einzigartiges Studium.

Nach einigem Hin und Her bahalten wir unseren Namen jetzt doch (noch).
Es liegt nun an uns, dass es auch noch lange so bleibt. Wir müssen nach außen
kommunizieren wer wir sind und was wir tun, damit erst gar keine Zweifel mehr aufkommen.

Lange Geschichte - kurzer Sinn: Wir haben diesen Vorfall zum Anlass genommen
nachzuforschen woher unser Studium eigentlich kommt, wie es entstanden ist und
was die Besonderheiten sind.
Professor Maurer hat sich dankenswerterweise die Zeit genommen uns ein paar Fragen zu
beantworten (und das, obwohl er eine Stunde später schon im Flugzeug in die USA sitzen musste - Danke!).

"Wie wurde die Idee zu diesem Studium geboren?"

Ich wollte ein Informatikstudium in Graz einführen. Das ging aber damals nur,
wenn man genau den Studienplan von Wien übernommen hätte, sonst hätte
man dazu einen Nationalratsbeschluß benötigt! Die einzige Möglichkeit das zu
unterlaufen war damals, einen Studienversuch einzurichten: den hat man dann
5 Jahre später bei Erfolg in Normalstudium umwandlen können. Das war also
der Trick: Informtik, dazu E-Technik (musste ja was Neues sein, und das klang
wie eine Lücke) und zunächst Studienversuch. Möglich war die Aufstockung der
Professoren nur durch viele Unterstüztungsschreiben der Industrie an die damalige
Minsterin, die Porf. Posch und ich organisierten. (Prof. Reinhard Posch
war ja nach mir der 2. Proffesor für Informatik, wurde eingie Zeit nach Habil
bei mir ernannt)

"Wer war daran beteiligt?"

Idee war zunächst die von Posch und mir, dann haben wir die E-Technik eingebunden,
es war beabsichtigt, das Studium an der naturwissenschaftlichen Fakultät
einzurichten, und nur Vorlesungnen von der E-Technik zu verwenden.
Das stieß so auf Widerstand, daher wurde dann das Studium fakultätsübergreifend
eingerichtet, und mehr symmetrisch als eignetlich geplant, aber es hat sich
bewährt.

"Woher kommt der Name ursprünglich?"

Es war damals grade ein Buch ”Telematique” (Nora und Minc) in Frankreich
erschienen, wo die Verknüfung von Informatik mit Kommunikationstechnologie/
Elektronik als zukunftsweisend gesehen wurde.

"Wodurch hat sich das Studium der Telematik profiliert?"

Unsere Abgängerinnen haben weder vor Software noch Hardware Angst :-) , sie
können in beiden Bereichen mitreden.

"Wo liegen Ihrer Meinung nach die Besonderheiten dieses Studiums?

In der breiten fachäbergreifenden Ausbildung zwischen Informatik und Elektronik/
Elektrotechnik/Kommunikatiosntechnologien.

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